whereabout: Brooklyn, NY
next stop: New York, NY

  
The Diary


Freitag, 23. September 2005 | Brooklyn, NY | GMT-5
Eigentlich wollte ich gestern abend noch was schreiben, damit ihr was zu lesen habt, aber ich hatte tierische Kopfschmerzen und habe mich einfach nur noch ins Bett gelegt. Besser gesagt, auf meine Matratze. Ich bin nun quasi alleine in New York und übernachte bei nem Freund von Corey auf einer recht komfortablen Luftmatratze. Jeremy wohnt zusammen mit seiner Schwester und einem dritten Mitbewohner in einem recht ordentlichen Teil von Brooklyn (was man hier halt "ordentlich" nennt). Jedenfalls ist die Gegend wesentlich besser als bei seinem alten Apartment, in dem Corey und ich 2002 übernachtet haben. Ich hatte befürchtet, dass es hier irgendwie komisch wird, da ich Jeremy eigentlich nicht so gut kenne, aber alle drei Bewohner sind total nett zu mir und die Wohnung ist richtig gemütlich. Und natürlich gibt es hier wieder genug offene WLANs ;-). A propos, auf unserer Autofahrt durch Manhatten habe ich hin und wieder nach WLANs gesucht und an einer Stelle sage und schreibe 51 Stück gefunden! Ich weiß gar nicht, wie das möglich ist, die Frequenzen müssen sich doch hinten und vorne überschneiden. Aber praktisch ist das schon, denn wenn man irgendwo an einer Ampel halten muss, kann man sich mal eben in ein Netz einklinken und seine eMails checken.

Nun aber mal von Anfang an. Ich beginne mit Mittwoch Abend, denn um 8/9c (wird ausgesprochen "8, 9 central" und bedeutet, dass die Sendung um 8 Uhr abends Eastern Standard Time bzw. 9 Uhr Central Time anfängt) lief die Premiere der ersten Folge aus der zweiten Staffel von Lost! Die meisten werden mich natürlich jetzt für verrückt halten (da sitzt der Kerl in den USA und hat nix besseres zu tun, als TV zu gucken), aber ich fand das einfach toll. Ich hoffe nur, dass wir in unserem Hotel hier in New York ebenfalls ABC haben (so heißt der Sender, auf dem Lost läuft) und ich Mittwoch Abend die nächste Folge gucken kann.

Das Best Western war definitiv das schönste Hotel, in dem wir übernachtet haben. Die Zimmer sind auf mehreren Etagen in einer Art Elipse angeordnet, so dass in der Mitte ein großer Platz entsteht, mit Gallerien rings umher, durch die man auf die Zimmer gelangt. Die Mitte ist überdacht und dort befindet sich das Restaurant und ein Swimming-Pool. Alles war sauber, die Gegend ist schön und gleich nebenan ist McDonald's ;-). Wir haben am nächsten Morgen gemütlich gefrühstückt und uns dann auf den Weg nach New York City gemacht, weil ich mich mit Jeremy um 5 Uhr nachmittags in Manhatten verabredet hatte. Er arbeitet dort und ich wollte eigentlich nur den Schlüssel für sein Aparment abholen, um meine Sachen schon mal dort abzuladen. Wir waren ein bisschen zu früh dran, aber wie sich herausstellte, hätten wir gar nicht dort hinfahren müssen, denn Jeremys Schwester war eh den ganzen Tag zu Hause. Also haben wir versucht, mitten in der Rush Hour quer über Manhatten und dann nach Brooklyn zu kommen. Luftlinie sind das ungefähr 4 Meilen... wir haben ganze zwei Stunden dafür gebraucht. Zu allem Überfluss war auch noch unser Tank ziemlich leer. Aber irgendwie haben wir es dann doch noch geschafft, Jeremys Apartment zu finden, meine Sachen dort abzuladen und pünktlich mit vollgetanktem Auto am Flughafen zu sein. Ich habe also meine Eltern und meine Schwester verabschiedet und bin mit der U-Bahn zurück zu meiner Unterkunft gefahren.

Bis heute Mittag habe ich eigentlich nur hier rumgesessen und zwischendurch nachgeschaut, was Rita so treibt. Wie es aussieht ist der Hurrikan immer noch nicht über Land, es wird aber wohl in den nächsten paar Stunden soweit sein. Gegen Mittag habe ich mich schließlich auf den Weg gemacht und zunächst das Hotel gesucht, in dem Burk und ich ab Sonntag übernachten werden. Sieht von außen und in der Eingangshalle ziemlich nett aus, bin mal auf die Zimmer gespannt. Danach bin ich nach Manhatten gefahren und habe mich dort mit ner Freundin aus den USA, Heather, getroffen. Wir sind erst nur mehr oder weniger ziellos durch die Gegend gelaufen, dann mit der Staten Island Ferry übergesetzt, um uns die Skyline von New York anzuschauen und schießlich per U-Bahn wieder ein Stückchen Uptown gefahren. Dort hat uns nen Mädel einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem von einer kostenlosen Stand-up Comedy Show die Rede war. Da wir eh nichts besseres zu tun hatten und die Bar, in der die Show stattfinden sollte, quasi direkt um die Ecke lag, haben wir es auf einen Versuch ankommen lassen. Ich habe eigentlich nicht viel erwartet, sondern mir eher Sorgen gemacht, dass ich die Leute sowieso nicht verstehe, aber es war doch tatsächlich richtig lustig. Wir saßen zwar nur mit ungefähr 30 Leuten im Keller dieser Bar, aber von den mehreren Leuten die aufgetreten sind, waren fast alle witzig. Teilweise habe ich mich schlapp gelacht. Ich gebe zu, ich lache oft und gerne, aber diese kleine Show war wirklich gelungen. Anschließend sind Heather und ich noch ein wenig durch die City gewandert bis ich mit der U-Bahn zurück nach Brooklyn gefahren bin.